Dänischer M2M-MVNO NextM2M kooperiert mit Materna
Am 25. Januar meldete der dänische M2M-MVNO NextM2M eine Kooperation mit Materna Information & Communications.
Eigentlich keine besonders erwähnenswerte Meldung: Ein Provider hat mit einem – zugegeben recht großem – Systemhaus einen neuen Kunden gewonnen. An den Mann gebracht wird das mit dem Titel “Kooperation führt zu besseren Lösungen für M2M-Kunden”.
Aber aus meiner Sicht gibt es doch einige Gründe etwas genauer hinzuschauen:
- International können wir die rasante Entwicklung einer ganzen Reihe von M2M-MVNOs beobachten: Aus UK z.B. Wireless Logic, Wyless, Wireless Innovations oder Arkessa, in Schweden sehen wir Telenor Connexion oder in Holland Asipder. Auch in den USA oder Kanada findet man z.B. mit Kore Telematics oder Numerex zahlreiche Beispiele.
- Aber Deutschland scheint kein guter Nährboden für nationale M2M-MVNOs zu sein: White-SIM – der erste deutsche M2M-MVNO – existiert nur noch als Website, die KPN-Tochter Sympac hat ihre Pforten geschlossen. Mit mdex und Marcant sind nur noch zwei nationale M2M-Provider übrig, allerdings sind beide eher «MVNO im Nebenerwerb», denn das eigentliche Kerngeschäft sind – aufgrund der dünnen Marge in Deutschland – nicht die SIM-Karten…
- Bisher war der Markteintritt internationaler MVNOs in Deutschland sehr begrenzt – meist wurde im Rahmen größerer Geschäfte auch Deutschland mit bedient, spezielle Aktivitäten für den deutschen Markt sind aber bisher Mangelware und wenn überhaupt vorhanden dann von nur begrenzter Effektivität.
Umso spannender ist es nun, dass sich Materna – die ja Dienstleister für deutsche Netzbetreiber sind – einen dänischen MVNO für ihr M2M-Geschäft sucht, anstatt sich an einen der gut bekannten Netzbetreiber anzulehnen.
Über die Gründe kann man nur spekulieren: Vielleicht ist es die nordische Gradlinigkeit und der totale Focus auf die Bedürfnisse des Kunden.
Auf jeden Fall ist es ein erster – wenn auch kleiner – Schritt zu einer Globalisierung des deutschen Marktes für M2M-Provider.
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Das Thema M2M ist erwacht und wird zu einem ernsthaften Geschäft – egal ob man in Richtung VCs (z.B. What’s Hot in Venture Capital in 2012) schaut, die Netzbetreiber beim hoffnungsfrohen Auf- oder Ausbau des neuen Geschäftsbereiches beobachtet, oder man aus praktisch jeder Branche Meldungen über neue Projekte mit M2M-Aspekten vernimmt – überall das gleiche Bild: Emsige Aktivität in Sachen M2M.
Ein weiterer Indikator ist die Globalisierung für M2M-Hardware, die nun auch Deutschland erreicht:
- Inzwischen sind auch hierzulande viele internationale Hersteller von Routern und Terminals vertreten, und auch die “dicken Fische” beginnen den «Deutschen M2M-Markt» zu bearbeiten. Das dies bereits Wirkung zeigt, bemerkt man an der gereizten Stimmung bei einigen lokalen Herstellern – insbesondere wenn es um das Thema Konkurrenz aus dem Ostblock oder auch aus Asien geht.
In anderen Bereichen der M2M-Wertschöpfungskette ist es verdächtig still, dort ist die Globalisierung noch nicht angekommen:
- Es gibt (mit Ausnahme weniger globaler Projekte) kaum Aktivitäten internationaler M2M-Service-Provider in Deutschland. Und genau diese M2M-Service-Provider sind es, die die Entwicklung z.B. in UK oder den USA getrieben haben.
- Es gibt kaum internationale M2M-Anwendungssoftware in Deutschland. Die Anwendungen die ich hier gesehen habe, sind meist «Made in Germany».
Während die Hardware-Hersteller bereits im globalen Wind stehen, haben die Software- und Lösungsanbieter noch relative Ruhe – evtl. eine Ruhe vor dem Sturm:
Denn normalerweise ist es diese Phase eines Marktes in der es aufgrund verstärkten Wettbewerbs zu einer Konsolidierung der Anbieter kommt, sei es durch Aufgabe oder durch Übernahmen.
Und genau das würde ich ab Ende 2012 erwarten:
- Mit der fortschreitenden Standardisierung von Schnittstellen im M2M-Bereich wird es auch für Anwendungssoftware leichter die Grenzen zu überwinden. In dieser Folge werden wir – für einen zügigen Markteintritt – auch Übernahmen deutscher Hersteller von Anwendungssoftware und auch Middleware erleben.
- M2M-Hardware wird zunehmend ein preissensitiver Massenmarkt, lokale Hersteller werden sich in Nischen flüchten, besonderen – lokalen! – Support oder Services anbieten, oder einfach verschwinden. In diesem Bereich sind die Distributoren und Vertriebswege die eigentliche Front, Übernahmen oder Beteiligungen sind aus meiner Sicht daher nicht allzu wahrscheinlich.
- M2M-Service-Provider kommen in Deutschland an (wohl noch nicht 2012, aber lang kann es nicht mehr dauern). Der große Footprint der Tier-1-Carrier und deren Verträge mit internationalen Service-Providern wird diese auch nach Deutschland spülen – incl. standardisierter Middelware. Was in diesem Feld passiert wird interessant – denn hier konkurrieren die deutschen Sektionen der Netzbetreiber mit ihren internationalen Kunden.
In 18 Monaten können wir dann noch einmal schauen, wie es dann doch völlig anders gekommen ist. Es bleibt spannend…



