M2M auf dem Mobile World Congress 2008
Insgesamt fristete das Thema M2M auf dem Mobile Wolrd Congress 2008 noch immer ein Schattendasein: M2M (nicht Datendienste allgemein) hat halt bei vielen Netzbetreibern noch den Ruf als ARPU-Killer und ist auch dort nur eine Randerscheinung; M2M-Karten tauchen zwar in den Subscriberzahlen auf, aber aus der ARPU-Statistik werden sie herausgerechnet.
Aber neben hippen Mobiles, Mobile Web 2.0, Content und Applikationen gab es auch einige Lichtblicke für M2M:
M2M mit eigener Session im Kongressprogramm
In diesem Jahr war erstmalig dem Thema M2M eine eigene Session mit dem schönen Titel “Machine to Machine – The Next Market” gewidmet. Die Session war gut besucht (die Sitzplätze reichten nicht) aber 90 Minuten können kaum reichen um das Thema ausreichend zu würdigen.
Dementsprechend oberflächlich waren die drei Vorträge:
- Telekom Italia schicke einen einsamen Verfechter für M2M
- Jasper Wireless, ein US-amerikanischer M2M-Provider erläuterte, warum wireless M2M jetzt (durch)starten wird (aber nicht so stark, dass Jasper in einen Stand investierte)
- Telit (Hersteller GSM Module) präsentierte gemeinsam mit Red Bend Software (Firmware Aktualisierung “over the air” – kurz FOTA)
Kurz: In Barcelona nichts wirklich Neues. M2M erfährt halt eine evolutionäre statt einer revolutionären Entwicklung. Schritt für Schritt, nicht aufzuhalten, aber auch nicht spektakulär.
Internet der Dinge
Im übrigen ist man – zumindest in der M2M-Session – “out”, wenn man noch über M2M spricht, heute nennt man es “Das Internet der Dinge (Internet of Things)“. Aus Marketinggesichtspunkten sicher ein Fortschritt, denn jeder entsinnt sich ja noch an den Kühlschrank, der Bestellungen eigenständig aufgibt.
M2M im Ausstellungsbereich
Nur wenige Aussteller waren dem Thema M2M zuzuordnen. Zu sehen waren neben etwas Middleware, einigen Applikationen und den üblichen Verdächtigen in Sachen Hardware aus meiner Sicht vor allem folgende interessante Entwicklungen:
- Telit zeigte zeige ein GSM-Modul, dass zusätzlich zum GSM-Radio noch einen Prozessor unter LINUX für Applikationen enthält (GE-683 Pro³). Als Demo diente der direkte Anschluß einer Webcam. Es ist schon beeindruckend, wenn ein (Sonder)Briefmarken-großes Modul für eine solche Funktionalität ausreicht – nur Netzteil und I/O-Anpassungen kommen hinzu. GSM-Kameras (und auch andere Endgeräte) können damit in Zukunft kompakter und günstiger werden.
- Giesecke & Devrient zeigte eine SIM-Karte zum Einlöten, die Auswirkungen habe ich ein einem gesonderten Eintrag beschrieben.
- Telit zeigte einen Firmware-Update “over the air” für seine Module als Dienstleistung (wie z.B. heute bei digitalen SAT-Receivern üblich. Der wirkliche Nutzen eine validierte Firmware für M2M Anwendungen zu aktualisieren hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Aus Sicherheitsaspekten (wie bei PCs) wohl kaum, denn M2M-Anwendungen sollten ja in “sicheren” Umgebungen arbeiten. Aber vielleicht sind ja auch solche Services eine neue Einnahmequelle.
- T-Mobile kündigte an, die Preise für Daten-Roaming innerhalb der EU drastisch zu senken. Für grenzüberschreitende M2M-Anwendungen kann diese Maßnahme einen deutlichen Anschub bringen. Auch hierzu ein gesonderter Eintrag.
Abzuwarten bleibt, ob denn auf dem Mobile World Congress 2009 dem Thema M2M ein breiterer Raum gewährt wird.
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