Praxistest: Geschwindigkeit von EDGE

EDGE ist der “Turbo” für das GSM/GPRS-Netz – gleiche Frequenzen und Basisstationen mit etwas höherer Geschwindigkeit und kürzeren Delays. Da sowohl die Netze als auch die Geräte jetzt auf dem Markt sind, können alle bisherigen GPRS-Anwendungen mit höheren Anforderungen nahtlos umgestellt werden. Bei den Netzen bleibt T-Mobile Vorreiter und rüstet sein gesamtes Netz auf EDGE hoch, auch parallel zu UMTS.

Wie schnell ist EDGE nun wirklich in der Praxis? Wir haben während zwei Wochen stündlich 4 Pings abgesetzt und waren positiv überrascht:

Der Test zeigt also sehr kurze Reaktionszeiten mit einer extrem ausgeprägten Häufung zwischen 250 und 300 ms.

Getestet haben wir mit dem Router INSYS EDGE Ethernet im Netz von T-Mobile (Karte). Das Gerät unterstützt GPRS/EDGE Class 12 (bis 230 kbps).


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[...] attraktiv, also “fit” zu machen. EDGE bringt gegenüber GPRS deutlich reduzierte Latenzzeiten und macht es einfacher auch “alte” Protokolle sinnvoll über Mobilfunk zu betreiben [...]

[...] bei interakiven Anwendungen wie SSH für Fernwartung stört. Edge bleibt i.d.R. bei 400ms. [Update] Hier gibt es Messwerte aus der [...]


Kommentare

Willkommen auf dem M2M Weblog!

Ich freue mich sehr über den ersten Co-Autoren und das Ende der “One Man Show”.

Die Informationen bzgl. Latenzen bei Edge sind sehr interessant. Ohne Edge sind diese natürlich größer.

Mich würden Erfahrungen bzgl. V.24-Com-Servern interessieren. Über GPRS ergeben sich dadurch ggf. zu große Verarbeitungszeiten bei P2P-Halbduplexverbindungen. Im P2P-Vollduplexbetrieb ist das hingegen ehr unkritisch.

Hmm, ich frage mich.. EDGE ist doch eine Technologie, die den Datendurchsatz auf dem GPRS Netz optimiert. Warum das aber einen Einfluss auf den Roundtrip haben soll wo doch nur 32 Byte hin und wieder zurückübertragen werden, ist mir fremd.

Ich möchte behaupten, dass die Roundtrips bei GPRS und EDGE identisch sind und höchstens durch völlig fremde Faktoren beeinflusst werden.

Jedenfalls habe ich bemerkt, dass sich die Roundtrip Zeiten je nach Situation ändern. Der erste Ping ist meistens in der 1000ms Gegend und die darauffolgenden meist bei 200-300 ms. Bei GPRS wohlgemerkt. Und das war auch vor 2 Jahren schon so.

Hallo Udo,

ich stecke nicht tief genug im Thema, um deine Vermutung zu bestätigen oder zu wiederlegen. Was ich bestätigen kann, ist die große Zeit für den ersten Ping ( > 1000ms). GPRS-Pingzeiten in der von dir beschriebenen Größenordnung (200-300ms) habe ich allerdings bei T-Mobile noch nicht beobachtet.

Andere Quellen, z.B. http://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/0910251.htm unterscheiden bezüglich Latenzzeit zwischen GPRS und EDGE (EGPRS). Warum ist eine gute Frage, aber immerhin ist bringt EDGE gegenüber GPRS bereits eine effektiveres Modulationsverfahren (8-PSK statt GMSK) mit. Passt ein “Ping” in einen GMSK-Timeslot?

Vielleicht schreibt Werner ja noch etwas zu dem Thema.

Viele Grüße
Jan

Hallo Udo,

EDGE beschleunigt GPRS auf zwei Arten:
1. 8PSK-Modulation für höheren Durchsatz (maximale Datenrate)
2. Halbierung der internen Zeitschlitze auf 10 ms für geringere Latenz

EDGE ist nach beiden Kriterien immer deutlich schneller als GPRS (reproduzierbar). In deutschen Mobilfunk-Netzen haben wir nie GPRS-Pings unter 400 ms beobachtet.

Das “Anlaufverhalten” mit einem ersten verzögerten Ping kennt jeder – seltsamerweise finde ich davon in unseren Langzeitmessungen mit 4 Pings im Sekundentakt pro Stunde nichts wieder. Ganz im Gegenteil: der 1. Ping im Mittel am schnellsten beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen
Werner

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