Grenzen des Diebstahlschutzes per GPS (und M2M per GPRS/SMS)

Wie schütze ich wertvolles Eigentum, z.B. Fahrzeuge, Baumaschinen, Container, komplette Trailer etc. effektiv vor Diebstahl?

Das heutige “Non plus ultra”:

Man vertaue nicht auf ein massives Schloss, sondern auf High-Tech: Ein GPS-Empfänger zur Positionsbestimmung gepaart mit einem GSM/GPRS-Modul zur Übertragung der Positionsdaten; schon hat man sein Eigentum an der virtuellen Leine oder (vermeintlich) sicher hinter dem geo-fence.

Spektakuläre Erfolgsmeldungen (z.B. hier) zeigen, dass dieses Verfahren funktioniert. Nicht zuletzt deshalb sind inzwischen sehr viele Mietwagen, Baumaschinen oder Container mit solchen Systemen ausgestattet.

Was für Jahre zuverlässig funktioniert hat, wird nun durch kleine und preiswerte Gadgets auf die Probe gestellt, zum Beispiel:

GPS Tracker Defence Ein als GPS Tracker Defense beworbenes Gerät für den Zigarettenanzünder verspricht die effektive Störung jedes GPS-Empfanges im Umkreis von 5m.

Es handelt sich um einen sogenannten GPS-Jammer, einen Störsender für die vom GPS verwendeten Frequenzen. Bisher waren solche Geräte dem Militär oder Behörden (z.B. in dieser Meldung) vorbehalten, teuer und schwer erhältlich.

Erschreckend ist nun, dass man preiswert und bequem per Internet solche Störsender beziehen kann. Der Betrieb ist in Deutschland vermutlich verboten – aber wie soll der Zoll oder die Polizei erkennen worum es sich handelt?

Wenn GPS-Jammer zukünftig eine übliche Ergänzung des Werkzeugs für Diebstähle darstellen sollten, stehen die heute gängigen Tracking-Anwendungen zur Wiederauffindung gestohlener Gegenstände auf tönernen Füßen: Nach dem Diebstahl kann das Diebesgut in aller Ruhe – ohne Gefahr einer Ortung – nach einem GPS-Empfänger durchsucht und “gesäubert” werden.

Wie geht es weiter?

Auch zukünftig werden Systeme auf Basis von GPS und Mobilfunk (SMS/GPRS) zur Auffindung gestohlener Gegenstände wertvolle Dienste leisten und sind für teure Fahrzeuge/Geräte “Pflicht” – denn es wird zum Glück noch lange dauern, bis alle dunklen Gesellen technisch aufgerüstet haben.

Andererseits sollten wir uns aber noch einmal klarmachen, dass das vermeintlich permanent verfügbare GPS-Signal nicht unter allen Umständen immer so zuverlässig wie meist angenommen zur Verfügung steht (durch Sabotage, aber vielleicht auch politisch/militärisch motiviert in deutlich schlechterer Qualität).

Man sollte sich über eine Reihe von – teilweise auch praktizierten – zusätzlichen Maßnahmen Gedanken machen, z.B:

Und nicht vergessen:

Vielen Dank an Mathias Penz für den Hinweis auf das Thema!


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