Ausfälle von Mobilfunknetzen (GPRS/UMTS Datendienste)

Seit Sonntag bis zum späten heutigen Nachmittag (19.05.2008) hat es nun auch Vodafone “erwischt”:

Das Mobilfunk-Datennetz von Vodafone (GPRS/EDGE/UMTS) war über viele Stunden großflächig gestört – Verbindungen kamen nicht oder jeweils nur kurz zustande.

Betroffen waren vor allem auch M2M-Anwendungen und dort fällt jeder Ausfall auch sofort auf: Geräte, die gewöhnlich “always online” gehalten und zyklisch abgefragt werden, offenbaren praktisch sofort jede Schwäche im Gesamtsystem.

Dieses Mal war der Ausfall derart großflächig und dauerhaft, dass er es auch die Online-Presse geschafft hat (hier bei Teltarif und hier bei Heise Online).

Aber bevor jetzt mit Vodafone-Bashing begonnen wird: Auch die “anderen” Netzbetreiber sind nicht perfekt, vor etwa fünf Wochen hatte es beispielsweise auch T-Mobile in einem ähnlichem Umfang erwischt. Da die Ausfälle aber mitten in der Nacht bzw. am Sonnntag auftraten, waren sie für “menschliche” Kunden weniger sichtbar:

GPRS Stoerung M-Mobile April 2008

Neu an diesen Ausfällen in den Netzen von Vodafone und T-Mobile ist vor allem die Großflächigkeit (viele/alle GGSN betroffen), nach meinen Kenntnissen sind dies bisher einmalige Vorgänge. Die mir bisher bekannten Ausfälle in den Vorjahren waren alle lokal begrenzt. (Als schwacher Trost: Wer nach “DSL Ausfall bundesweit” googelt, der wird auch fündig..)


Auswege?

  1. Ein Blick in die AGB der Netzbetreiber offenbart, dass keine (oder nur unterirdische) Verfügbarkeiten garantiert werden.
  2. Service-Provider (z.B. freenet, moobicent, white) sind nur Vertriebsorganisationen und nutzen genauso diese Netze, deren SIM-Karten sind also keine Lösung per se.
  3. Redundante Anbindung an das GMS/UMTS-Netz eines Anbieters (an mehrere GGSN) hätte in diesen Fällen leider auch keine Besserung gebracht, da die Störungen zu großflächign waren.
  4. Redundante Auslegung der Mobilfunk-Endgeräte (z.B. zweiter Netzbetreiber oder andere Technologie) können die Verfügbarkeit drastisch erhöhen, da “Doppelfehler” sehr unwahrscheinlich sind.
  5. Ein Ausweichen auf SMS könnte für einige wenige Anwendungen (z.B. Tracking) auch eine Lösung darstellen.


Und das Fazit?

Wies schrieb schon Douglas Adams? “Keine Panik!” Netzausfälle in dem jüngst vorgekommenen Umfang sind sicher die absolute Ausnahme – sie waren es jedenfalls bisher. Auch andere Technologien wie z.B. DSL kämpfen mit ähnlichen Problemen.

Man sollte sich aber immer klar machen, dass keine Technologie 100% Verfügbarkeit aufweist und man sich daher immer vor einem Projekt auch über die Anforderungen an die Verfügbarkeit Gedanken machen sollte (und nicht nur beim Bau von Flugzeugen). Aber: Verfügbarkeit hat ihren Preis und nicht zuletzt auch eine gehörige Portion Komplexität.

Für alle einzelnen Komponenten eines M2M-Systems gibt es Lösungen, die auf Redundanz basieren (z.B. für die Übertragungsstrecke: Dual-SIM und die Verwendung mehrerer Netzbetreiber).


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