Cleveres Fernwirken mit SPS und GPRS/EDGE

Querdenken ermöglicht mitunter erstaunliche Entwicklungen. M2M-Anwendungen sind auch da keine Ausnahme.

Bei Wolfgang Schönberger, Geschäftsführer der SKS Kommunikationssysteme bin ich mit dem sbs-system/V5 über solch eine interessante Entwicklung gestolpert.


Prozessvisualisierung auf minimalistischer Hardware

Im einfachsten Fall besteht das sbs-system/V5 lediglich aus einem Mobilfunkrouter (GPRS/EDGE), der an die zu überwachende/steuernde SPS angeschlossen wird. Es ist kein zentraler IT-Server und auch keine spezielle Software auf dem PC notwendig!

Trotzdem bietet das System alle wesentlichen Funktionen eines Prozessvisualierungssystems, zu nennen sind:

und dies ohne ohne Änderung im SPS-Programm in bestehenden Anlagen.


Der Trick: Pimp my Router 8-)

SBS-Systems hat für das Fernwirksystem GPRS-Router von eWon ausgewählt, die von Haus aus schon verschiedene SPS-Protokolle beherrschen. Zusätzlich zum reinen transparenten Datentransfer werden im Router noch zusätzliche Programme abgelegt, die festgelegte Register der beteiligten SPS abfragen und archivieren. Im Falle von Alarmzuständen kann der lokale Router direkt eine Alarmkette in Gang setzen.

Das i-Tüpfelchen setzt denn der im Router integrierte Webserver, der für die Visualisierung der gesammelten Daten sorgt. Das ist Prozessvisualisierung “in a Box”. Ohne zentralen Server, die Leistungsfähigkeit heutiger Router macht es möglich.


Master & Slave: Mehrere Stationen

In der heutigen Welt ist jedoch Prozessvisualisierung nur einer Station für viele Anwendungen nicht ausreichend. Daher können in diesem System auch mehrere Stationen per GPRS miteinander vernetzt werden. Eine der Stationen wird dann zum Master und überwacht (und visualisiert) die anderen Stationen. Für die notwendige Sicherheit der Kommunikation im GPRS-Netz sorgen jeweils geschlossene Benutzergruppen von mdex und ein VPN beim Übergang ins Internet.

Im Falle einer Störung oder Wartung kann die Masterfunktion auch von jeder anderen Station übernommen werden.


Zielgruppe für die Prozessvisualisierung ohne zentralen IT-Server

Zielgruppe dieser überraschend einfachen Lösung sind aus meiner Sicht vor allem kleinere Organisationen, die keine oder nur wenig zentrale IT betreiben und daher den Aufwand (Anschaffungs- und vor allem Betriebskosten im 24/7 Betrieb) eines zusätzlichen Servers scheuen.

Für einige Kunden auch wichtig: Alle Daten bleiben im eigenen Hause unter Kontrolle und lagern nicht bei einem evtl. Hosting- oder Portaldienstleister.


Fazit

Eine ungewöhnliche, aber für viele Anwendungsfälle einfache und vollkommen ausreichende Lösung, die man bei Bedarf einfach einmal ohne Vorbehalte prüfen sollte.

PS:
Wer es lieber klassisch mit einem zentralen Server mag wird im übrigen auch bei SKS fündig. Das Produkt heist dann “sbs-system/V3″ und arbeitet mit einem zentralen Portal.


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