Gemalto kauft Cinterion

Die Hängepartie um Cinterion – dem Marktführer für M2M-Module (“Engines”) -  ist nun im dritten Akt endlich beendet:

1. Akt: Raus aus dem Konzern

2008 wird der Geschäftsbereich “Siemens Wireless Modules” aus dem Siemens Konzern herausgelöst und an ein Konsortium aus Granville Baird (einem Finanzinvestor) und  T-Mobile Venture (einem Strategen) verkauft. Wie bei fremdfinanzierten Übernahmen nicht unüblich wurden auch hier offensichtlich praktisch alle Lasten der übernommenen Gesellschaft aufgebürdet.

2. Akt: Unter Finanzinvestoren

Gerüchten zufolge war  zumindest T-Mobile als neuer Eigner mit der Entwicklung der Akquisition nicht sonderlich glücklich, denn die so schön gedachten  Synergien (z.B. Vertriebskooperationen im M2M-Bereich oder Cinterion Module gleich mit eingelöteter T-Mobile SIM) fanden nicht statt. Zur Interessenwahrung reichte wohl die Beteiligungshöhe nicht aus.

Hinter den Kulissen tobt – sofern man der Financial Times Glauben schenken darf – ein heftiges Gerangel zwischen Granville Baird und EQT, einem Fonds, der praktisch den gesamten Kauf finanziert hat.

Und dennoch: Das M2M-Geschäft mit Modulen läuft gut, aber offensichtlich nicht gut genug, um die Lasten der Übernahme erfolgreich zu schultern. Die Wirtschaftskrise, die viele Projekte verzögert, sorgt für den Rest.

3. Akt: Insolvenz und weißer Ritter

Cinterion (genauer die übergeordnete “Cinterion Wireless Modules Holding GmbH”) muss Insolvenz anmelden. Laut Pressemitteilung ist das operative Geschäft nicht betroffen. Formal mag dies stimmen, aber wer möchte schon den “Motor” seines neuen Produkts von einer Firma mit einer zumindest ungewissen Zukunft beziehen.

Nachdem sich das Verfahren nun schon über Monate hinzog kam jetzt endlich die erlösende Botschaft, dass mit Gemalto ein waschechter Stratege die beteiligten Finanzinvestoren ausgezahlt hat. Dazu noch ein Stratege, der sein Geschäftsfeld durch die Akquisition komplementär ergänzt und kein Konkurrent, der auf Marktanteile und Synergien schielt. Den Kunden und Mitarbeitern von Cinterion konnte kaum etwas besseres passieren.

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[...] der Übernahme von Cinterion durch Gemalto kam dieser weitere Schritt der Konsolidierung des Modulmarktes dann – zumindest für mich [...]


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