“Der Spiegel” zum Thema “Smart Metering”

Unter den am stärksten gehypten Themen rund um M2M sind Smart Metering und Smart Grid prominent vertreten.

Viele Teilnehmer in der M2M-Wertschöpfungskette erhoffen sich dort in den nächsten Jahren – nicht zuletzt durch die Hilfe des Gesetzgebers – Millionen von neuen Geräten, GPRS-Modulen, SIM-Karten/Chips, Management-Plattformen…

Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» nimmt sich in diesem lesenswerten Artikel nun das Thema Smart Metering aus der Sicht des Kunden zur Brust:

“Smart Meter und variable Tarife zusammen sollen den Bürgern ein phantastisches Sparpotential eröffnen, dachte die Große Koalition, als sie 2007 die Einführung der Geräte beschloss. Der damalige SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel schwärmte davon, dass die Technik zwar etwas koste, aber man dafür gut viermal so viel sparen könne. Gabriel lag damit ziemlich daneben, wie sich jetzt zeigt.

Tatsächlich ist der Aufwand, den Stromverbrauch in billigere Zeiten zu verlagern, nicht selten sogar größer als der Ertrag. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommen gleich mehrere Studien.

Der Aachener Energieberater Peter Klafka hat eine Summe von 21,50 Euro errechnet, die ein Haushalt mit Hilfe intelligenter Strommesser sparen kann – pro Jahr. [...]

Diesem überschaubaren Nutzen stehen enorme Kosten gegenüber. Den Austausch des Zählers stellen die Versorger dem Kunden laut Deutscher Energie-Agentur einmalig mit 35 bis 100 Euro in Rechnung. Dazu kommt noch eine happige jährliche Dienstleistungsgebühr: Sie rangiert je nach Anbieter zwischen 60 Euro für ein Basismodell und 240 Euro für das Komplettangebot. Unterm Strich also legt der Verbraucher gewaltig drauf: schlau gezählt, teuer gezahlt.”

Zum effektiven Energiesparen reicht wohl doch die simple Verlagerung des Verbrauchszeitpunktes mit Hilfe eines Smart Meter und vielleicht einer passenden Waschmaschine nicht aus.

Ernüchternd. Wenn sich diese Sicht bewahrheiten sollte, kann man sich die vermutliche Akzeptanz von Smart Metern (abgesehen von den Datenschutzbedenken) leicht vorstellen. Weder Politik noch Industrie sollten Verbraucher für dumm erklären und den Eindruck erwecken, dass ein Smart Meter per se Energie spart.

Notwendig sind hierzu deutlich umfassendere Lösungen, wie sie z.B. von JOONIOR für den Privatbereich geplant werden.


Sinn machen kann und wird ein Smart Meter sicher  im Verbund, im Smart Grid (hier ein Beispiel), aber dort ist der unmittelbare Nutzen wohl eher auf der Versorgerseite als auf der Verbraucherseite zu sehen. Und hier steckt das tatsächliche und noch kaum abschätzbare Potential für M2M-Anwendungen.


Links zum Thema:
E-Energy Förderprogramm des Bundes


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Kommentare

Wer nachrechnen möchte, kann dies einfach z.B. bei Yellostrom machen:

Ein Smart Meter kostet 105 EUR zusätzlich pro Jahr und es gibt 1,2ct Rabatt in den Nachtstunden.

Zur Amortisation des Zählers muss man also knapp 9000 kWh allein den Nachtstunden verbrauchen.

Das muss man erst einmal schaffen…

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